Festliche Frisuren für Weihnachten & Silvester

Tipps aus 40 Jahren
Erfahrung

Letzte Woche saß eine Kundin bei mir. Sie hatte ein wunderschönes dunkelgrünes Samtkleid gekauft, dazu goldene Ohrringe – aber bei den Haaren war sie ratlos. „Ich weiß einfach nicht, was ich damit machen soll“, sagte sie. „Offen sieht langweilig aus, aber eine Hochsteckfrisur traue ich mir nicht zu.“

Eine Stunde später schaute sie in den Spiegel. Und dann passierte das, wofür ich diesen Beruf seit über 40 Jahren mache: Ihre Augen leuchteten. Sie drehte den Kopf hin und her, lächelte, sagte: „Das bin ja ich – aber irgendwie die beste Version von mir.“

Genau darum geht es bei einer festlichen Frisur.

Nicht um Perfektion. Nicht darum, wie aus einem Magazin zu wirken. Sondern darum, sich selbst zu feiern.

Was macht eine festliche Frisur wirklich besonders?

Ich höre es ständig: „Aber hält das auch?“ Die Sorge ist berechtigt. Niemand möchte nach zwei Stunden auf der Tanzfläche aussehen wie nach einem Sturm. Oder im warmen Restaurant merken, dass sich die mühsam gesteckten Locken in schlaffe Strähnen verwandelt haben.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Technik hält eine Festtagsfrisur locker 10 bis 14 Stunden. Ich habe Bräute durch 16-Stunden-Hochzeiten begleitet – inklusive Tanzen bis 4 Uhr morgens. Das Geheimnis liegt nicht in Unmengen von Haarspray, sondern in der Vorbereitung: sauberes, nicht frisch gewaschenes Haar (ein Tag alt ist ideal), die richtigen Produkte, eine durchdachte Struktur.

Was eine elegante Frisur außerdem ausmacht? Sie fühlt sich nicht an wie ein Fremdkörper auf dem Kopf. Keine ziependen Haarnadeln, kein Gefühl von „bloß nichts anfassen“. Sie soll zu Ihnen gehören – nur eben ein bisschen festlicher als sonst.

Weihnachtsfrisuren vs. Silvesterfrisuren: Zwei Anlässe - zwei Welten

Weihnachten: Wärme und Geborgenheit

Weihnachten riecht nach Zimt und Tannennadeln. Nach Kindheitserinnerungen. Nach dem Moment, wenn alle am Tisch sitzen und es für einen Augenblick still wird.

Genau das sollte auch Ihre Weihnachtsfrisur ausstrahlen: Wärme, Natürlichkeit, ein Hauch von Festlichkeit ohne Übertreibung. Lockere Wellen, die weich ums Gesicht fallen. Ein tiefer, leicht unordentlicher Dutt. Halb hochgesteckte Haare mit ein paar Strähnen, die sich lösen dürfen. Das sind Frisuren, die sagen: Ich bin hier, um zu feiern – nicht um aufzufallen.

Mein Tipp für den Heiligabend: Weniger ist mehr. Ein schlichter Seitenzopf mit einer schönen Samtschleife kann bezaubernder wirken als jede aufwendige Hochsteckfrisur.

Silvester: Die Nacht gehört Ihnen

Silvester ist anders. Silvester ist laut und funkelnd und ein bisschen verrückt. Die letzte Nacht des Jahres, der Neuanfang um Mitternacht, das Gefühl von „alles ist möglich“.

Hier dürfen Silvesterfrisuren mutig sein. Hollywood-Wellen, die glänzen wie in einem alten Film. Aufwendige Hochsteckfrisuren mit Strass oder Perlen. Ein sleeker, hoher Pferdeschwanz, der bei jeder Bewegung schwingt. Oder – mein persönlicher Favorit für Mutige – Glitzer im Scheitel. Ja, wirklich. Ein Hauch Glitzerspray entlang des Scheitels sieht im Kerzenlicht und unter Discokugeln absolut magisch aus.

Bei Partyfrisuren gilt: Wenn Sie sich fragen, ob es zu viel ist – ist es wahrscheinlich genau richtig.

Was funktioniert bei welcher Haarlänge?

Lange Haare: Das volle Programm

Mit langen Haaren haben Sie die Qual der Wahl – und das meine ich positiv. Hochsteckfrisuren, halboffen, komplett offen mit Locken, geflochtene Varianten… alles geht.

Der klassische French Twist ist zeitlos und zeigt Schultern und Nacken. Perfekt zu trägerlosen Kleidern und Statement-Ohrringen. Ein tiefer Chignon wirkt weicher und funktioniert wunderbar bei romantischen Anlässen. Und dann gibt es noch die Hollywood-Wellen – diese großen, glänzenden Locken, die seitlich über eine Schulter fallen. Eine Abendfrisur, die nie aus der Mode kommt.

Meine Empfehlung für Unentschlossene: Ein lockerer geflochtener Zopf, der seitlich liegt. Romantisch, hält bombenfest, und Sie können ihn am nächsten Morgen öffnen und haben automatisch schöne Wellen.

Mittellange Haare: Unterschätztes Potenzial

„Meine Haare sind zu kurz für eine Hochsteckfrisur, aber zu lang für einen richtigen Kurzhaarschnitt.“ Diesen Satz höre ich oft. Und ich sage dann immer: Mittellange Haare sind fantastisch! Sie müssen nur wissen, was Sie daraus machen können.

Half-up Styles sind Ihr bester Freund. Die obere Hälfte wird elegant zurückgenommen – gedreht, geflochten oder einfach mit einer schönen Spange fixiert – während der Rest in weichen Wellen fällt. Das Beste aus beiden Welten. Auch Twisted Updos funktionieren hervorragend: einzelne Strähnen eindrehen, am Hinterkopf feststecken, fertig. Sieht kompliziert aus, ist es aber nicht.

Kurze Haare: Unterschätzt und unterschätzt glamourös

Kurze Haare und Glamour – passt das zusammen? Und wie!

Finger Waves zum Beispiel. Diese eleganten Wellen aus den 1920ern erleben gerade ein Comeback und sehen bei kurzen Haaren am besten aus. Dazu ein roter Lippenstift, fertig ist der Vintage-Glamour. Oder Sie setzen auf Textur: Ein Pixie Cut mit Volumen-Puder und etwas Glanzspray wirkt edel und modern. Asymmetrische Styles – eine Seite glatt, die andere voluminös – sind spannend und absolut festtagstauglich.

Der größte Vorteil kurzer Haare? Sie können bei den Accessoires richtig aufdrehen. Große Ohrringe, auffällige Haarreifen, glitzernde Clips – alles kommt viel besser zur Geltung.

Drei Stilrichtungen, drei Wirkungen

Romantisch

Lockere Locken. Sanfte Flechtungen. Strähnen, die sich wie zufällig lösen. Dieser Look ist wie ein Lächeln – warm, einladend, niemals einschüchternd. Perfekt für Familienfeiern, Dinner mit Freunden, alle Anlässe, bei denen Sie nahbar wirken wollen.

Klassisch-elegant

Klare Linien. Perfekte Symmetrie. Der französische Chignon, der sleeke tiefe Pferdeschwanz. Diese eleganten Frisuren strahlen Souveränität aus. Sie sagen: Ich weiß, wer ich bin. Ideal für Firmenfeiern, Galas, Anlässe mit Dresscode. Und das Schöne: Auf Fotos wirken sie auch in zwanzig Jahren noch zeitlos.

Dezent-edel

Manchmal soll die Frisur gar nicht die Hauptrolle spielen. Ein tiefer, lockerer Dutt. Sanfte Wellen mit Seitenscheitel. Zurückhaltend, aber keineswegs langweilig. Diese Frisuren sind wie ein guter Gastgeber – sie machen Platz für anderes. Für Ihre Augen, Ihren Schmuck, Ihr Kleid.

Techniken, die Sie kennen sollten

Techniken, die Sie kennen sollten

Hochsteckfrisuren: So halten sie wirklich
Das Geheimnis einer Hochsteckfrisur, die den ganzen Abend hält? Es beginnt nicht beim Styling, sondern bei der Vorbereitung. Waschen Sie Ihre Haare am besten einen Tag vorher – frisch gewaschenes Haar ist zu glatt und rutschig. Ein Texturspray oder trockenes Shampoo gibt Halt.

Beim klassischen Chignon binden Sie zunächst einen tiefen Pferdeschwanz, drehen ihn ein und wickeln ihn um das Haargummi. Dann mit Haarnadeln fixieren – und zwar mehr, als Sie denken. Lieber zehn Nadeln zu viel als eine zu wenig. Zum Schluss einzelne Strähnen vorsichtig herausziehen, damit es nicht zu streng wirkt.

Twisted Updos sehen kompliziert aus, folgen aber einem einfachen Prinzip: Teilen Sie das Haar in mehrere Partien, drehen oder flechten Sie jede einzeln, und stecken Sie alles am Hinterkopf zusammen. Das Ergebnis wirkt aufwendig, ist aber stabiler als ein einfacher Dutt – weil sich die einzelnen Elemente gegenseitig halten.

Locken, die bleiben
Große Wellen oder kleine Kringel? Das hängt vom gewünschten Effekt ab. Große, weiche Wellen wirken glamourös und Hollywood-reif. Kleinere Locken sind verspielter, romantischer, mädchenhafter.

Wichtig: Hitzeschutz ist nicht optional. Und lassen Sie die Locken komplett auskühlen, bevor Sie sie anfassen – das ist der häufigste Fehler. Wer die Locke sofort löst, verliert die Hälfte der Sprungkraft. Mein Trick: Jede fertige Locke mit einer Klammer am Kopf fixieren, bis alle Haare gelockt sind. Dann erst lösen und vorsichtig mit den Fingern durchkämmen.

Frisuren mit Pony
Der Pony macht oder bricht den Look. Ein gerader, akkurater Pony zu einer strengen Hochsteckfrisur? Sehr modern, sehr cool. Ein seitlich geschwungener Pony zu weichen Wellen? Romantisch und schmeichelnd. Was nicht funktioniert: Ein ungepflegter, zu langer Pony, der ständig ins Gesicht fällt. Falls Ihr Pony gerade in der Rauswachs-Phase ist, sprechen Sie mich an – es gibt Tricks, ihn elegant zu integrieren.

Zum Nachmachen: Der lockere Seitendutt

Diese einfache festliche Frisur können Sie wirklich selber machen – versprochen. Ich erkläre sie meinen Kundinnen oft, wenn sie zwischen den Jahren noch einen spontanen Anlass haben.

Ziehen Sie einen Seitenscheitel und nehmen Sie alle Haare auf eine Seite. Binden Sie einen lockeren Pferdeschwanz unterhalb des Ohrs – nicht zu fest, der Ansatz soll weich bleiben. Jetzt den Pferdeschwanz eindrehen, bis sich ein Strang bildet, und um das Haargummi wickeln. Mit Haarnadeln feststecken. Dann kommt der wichtigste Schritt: Zupfen Sie vorsichtig einzelne Strähnen heraus. Am Oberkopf, an den Seiten, aus dem Dutt selbst. Das macht den Unterschied zwischen „streng und hausbacken“ und „lässig-elegant“. Zum Schluss mit Haarspray fixieren, fertig.

Zeitaufwand: 10 Minuten. Haltbarkeit: 6–8 Stunden. Schwierigkeitsgrad: Anfänger-freundlich.

Welche Frisur schmeichelt welchem Gesicht?

Bevor ich hier einsteige, eine Bitte: Nehmen Sie diese Empfehlungen als das, was sie sind – Orientierungshilfen, keine Gesetze. Ich habe in 40 Jahren gelernt, dass Regeln dazu da sind, gebrochen zu werden. Die beste Frisur ist die, in der Sie sich wohlfühlen.

Rundes Gesicht
Volumen am Oberkopf streckt optisch. Seitenscheitel schmeicheln mehr als Mittelscheitel. Hochsteckfrisuren mit Höhe wirken toll. Aber ich habe auch Kundinnen mit runden Gesichtern, die mit einem strengen Mittelscheitel fantastisch aussehen – weil es zu ihrer Persönlichkeit passt.

Eckiges Gesicht
Weiche Linien gleichen kantige Züge aus. Locken, die das Gesicht umrahmen, wirken harmonisch. Zu strenge, geometrische Frisuren betonen die Ecken eher – was nicht schlecht sein muss, wenn Sie genau das wollen.

Herzförmiges Gesicht
Breitere Stirn, schmales Kinn – hier helfen Frisuren mit Volumen im unteren Bereich. Locken ab Ohrhöhe, ein seitlicher Dutt, lose Strähnen, die das Kinn umspielen. Alles, was unten etwas Fülle schafft.

Längliches Gesicht
Seitliches Volumen ist Ihr Freund. Half-up Styles, Locken, die zur Seite fallen, alles, was Breite schafft. Hohe Hochsteckfrisuren würde ich vermeiden – sie strecken zusätzlich.

FAQ

Die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden

Alles, was warm und einladend wirkt, ohne zu streng zu sein. Lockere Wellen, die weich ums Gesicht fallen. Ein tiefer, leicht unordentlicher Dutt. Halb hochgesteckte Haare mit ein paar Strähnen, die sich lösen dürfen. Weihnachten ist familiär – Ihre Frisur darf das auch sein.

Silvester darf glamourös sein! Hollywood-Wellen, aufwendige Hochsteckfrisuren mit Glitzer-Accessoires, sleeke Pferdeschwänze oder Glitzer im Scheitel. Die letzte Nacht des Jahres ist der perfekte Anlass, um mutig zu sein.

Geflochtene Hochsteckfrisuren. Ohne Konkurrenz. Die einzelnen Zöpfe geben der Struktur Halt, und selbst wenn sich etwas löst, sieht es gewollt aus. Bis zu 14 Stunden sind realistisch. Offene Locken sind schön, brauchen aber Nachbesserung.

Klar! Für Wellen und einfache Dutts brauchen Sie keinen Profi. Aber Hand aufs Herz: Bei einem wirklich wichtigen Anlass – Firmenweihnachtsfeier, Hochzeit, ein Abend, an dem Sie hundertprozentig gut aussehen wollen – lohnt sich der Gang zum Friseur. Nicht weil Sie es nicht könnten, sondern weil Sie sich dann auf den Abend konzentrieren können, statt auf Ihre Haare.

Faustregel: Je aufwendiger das Kleid, desto schlichter die Frisur, und umgekehrt. Trägerlos? Hochsteckfrisur, die Schultern zeigt. Viel Glitzer oder Spitze oben? Zurückgenommene Frisur, die nicht konkurriert. Schlichtes Kleid? Hier darf die Frisur der Star sein.

Absolut. Texturspray ist Ihre Geheimwaffe. Lockere Flechtfrisuren, die Sie etwas aufzupfen, wirken sofort voller. Auch Half-up Styles mit Volumen am Oberkopf sind toll. Und falls Sie sich trauen: Extensions für den Abend können Wunder wirken. Es muss ja niemand wissen.

Ja! Flechtfrisuren brauchen keinen Lockenstab. Und für Wellen ohne Hitze: Haare abends feucht flechten, morgens öffnen. Je nachdem, wie fest Sie flechten, entstehen sanfte Wellen oder definiertere Locken. Funktioniert seit Jahrhunderten.

Eine Woche vorher ist gut. In der Hochsaison – Mitte Dezember, wenn alle gleichzeitig zur Weihnachtsfeier wollen – lieber zwei bis drei Wochen. Und wenn Sie unsicher sind, welche Frisur es werden soll: Kommen Sie zu einem kurzen Beratungstermin, bringen Sie ein Foto Ihres Kleides mit. Dann finden wir gemeinsam den perfekten Look.

Ich gebe meinen Kundinnen immer ein kleines Notfall-Kit mit: ein paar Haarnadeln in der passenden Farbe und ein Mini-Haarspray. Falls nach der fünfzehnten Umarmung oder dem Mitternachtstanz doch mal eine Strähne Freigang nimmt – zwei Handgriffe, und alles sitzt wieder.

Das hängt von der Frisur ab. Einfache Wellen oder ein lockerer Dutt: etwa 30 bis 45 Minuten. Aufwendige Hochsteckfrisuren mit Flechtungen: 60 bis 90 Minuten. Planen Sie lieber etwas mehr Zeit ein – Stress vor dem großen Abend braucht niemand.

Am besten nicht! Ein Tag altes Haar hat mehr Griff und lässt sich besser stylen. Frisch gewaschenes Haar ist oft zu glatt und rutschig. Falls Sie doch waschen müssen, verzichten Sie auf Spülung und föhnen Sie die Haare komplett trocken.